Der Weg nach Niedersachen ist steinig und heiß.

Das wichtigste vorweg: wir sind gut angekommen. AirNamibia hat uns entgegen ihrem Ruf pünktlich und mit einwandfreiem Service in Windhuk abgesetzt.
Da die Berge um Windhuk herum den Flugverkehr erschweren liegt der Flughafen 45km außerhalb Stadt. Die Stadt selbst liegt auf etwa 1600-1700m und ist für eine afrikanische Landeshauptstadt eher beschaulich. Selbst das für Afrika häufig typische Verkehrschaos bleibt hier aus.
Unser mobiles Zuhause
Um 9 Uhr bekommen wir direkt unser mobiles Zuhause für die nächsten drei Monate und sind positiv überrascht. Das Auto macht einen vernünftigen Eindruck. Nach einer kurzen Einführung durch den Vermieter starten wir in den Linksverkehr. Hochkonzentriert an jeder Kreuzung und mit laufenden Scheibenwischern (bei uns ist auf dieser Seite der Blinker) erreichen wir die Mall. Hier macht sich die Müdigkeit wirklich bemerkbar und der erste Einkauf wird zur Qual. Entsprechend froh sind wir am Nachmittag das Urbancamp zu erreichen, wo wir zum Aklimatisieren die folgenden beiden Nächte verbringen. Der Campingplatz ist zentral gelegen und uneingeschränkt zu empfehlen. Sehr sauber, schön angelegt und extrem freundliches Personal. Lediglich der Preis ist für namibischeVerhältnisse relativ hoch (ca. 11€ pro Person/Nacht).
Nachdem der Donnerstag für uns doch sehr anstrengend war, lassen wir den Freitag ruhig angehen. Lediglich für einen kurzen Nachmittagsspaziergang durch Windhuk hat es gereicht. Allerdings bietet die Hauptstadt Namibias auf den ersten Blick nicht besonders viel Sehenswertes. So verlassen wir die Stadt am Samstag morgen ohne das Gefühl etwas verpasst zu haben.
Warten auf den Klempner
Unsere erste Station führt uns zurück zu unserer Autovermietung, da die Pumpe im Auto defekt ist und das Wasser statt aus dem Hahn aus dem Schrank läuft. Nach ein paar Stunden ist der Schaden behoben und wir können unsere Reise antreten. Über die C26 geht es südwestlich aus Windhuk heraus. Die gute Teerstrasse endet sehr bald und wird durch frisch geschobene Pisten ersetzt. Von dort geht es weiter über die D1982 Richtung Walfish Bay. Auch diese Piste ist wie neu, wodurch wir schnell voran kommen.
Auf die erste Piste
Allerdings können wir den angepeilten Übernachtungsplatz nicht finden. Dort wo er auf der Karte eingezeichnet ist, ist braches Land. Das ist ärgerlich, da es der einzig mögliche Platz auf der gesamten Strecke ist. Die Hitze und die ungewohnten Straßen setzen uns doch mehr zu als ich zugeben will und die Stimmung sinkt etwas, als wir beschließen uns jetzt einen Stellplatz abseits der Straße zu suchen, um dort wild zu stehen. Das klingt leichter als es ist. Das Land ist in gigantische umzäunte Privatgrundstücke aufgeteilt, weshalb man die Straße nicht verlassen kann.
Wir fahren gut 20km ohne einen brauchbare Übernachtungsplatz zu finden. Dann steht ein großes Schild vor uns. "Niedersachen Guestfarm 3km ahead". Wie uns der Besitzer der Niedersachsen Farm später erklärt sind wir nicht zu doof eine Karte zu lesen, sondern die Karte ist schlicht falsch. Glück gehabt. Der Weg von der Straße zum Campsite ist schönes, steiniges Offroadvergnügen und während im Rückraum alles durcheinander fliegt, freue ich mich wie ein kleines Kind über dieses erste kleine Abenteuer. Das wird sich wahrscheinlich spätestens bei der hundertsten Piste in ein paar Wochen ändern.
Willkommen in ...
Auf dem Platz angekommen sind wir die einzigen Gäste und kehren erstmal unser Auto aus. Der Pistenstaub zieht durch alle Ritzen und hinterlässt eine dicke Schicht im gesamten Auto. Clever wie wir sind haben wir den Tip des Vermieters nicht umgesetzt. Lässt man nämlich während der Fahrt ein Fenster auf zieht erstaunlicherweise weniger Staub ins Auto, da der Überdruck der dadurch entsteht mehr raus hält, als durch das offene Fenster rein kommt. Lektion gelernt. Danach genießen wir eine lauwarme Dusche im Freien (Die Rohre verlaufen direkt unter der Oberfläche und werden tagsüber durch die Sonne aufgeheizt. Am Morgen ist das Duschwassero dagegen kalt.) und ein leichtes Abendessen bei angenehmen 25C. Die Grillen geben in der Dämmerung ein ohrenbetäubendes Konzert, über uns zeigt sich ein schöner Sternenhimmel und am Horizont blitzt das Wetterleuchten eines fernen Gewitters. Mit dem Aufgang des (fast) Vollmonds verschwinden die meisten Sterne am Firmament. Jetzt geht auch für uns eine anstrengende aber schöne erste Reiseetappe zu Ende.Noch machen die Pisten Spaß.  Niedersachsens steinige Straßen.  

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