Krass wo ich hier bin
20. Januar - 22. Januar
Autorin: Kerstin
Da es in den Bergen kaum kühler als im Tal ist gönnen wir uns im Pool eine Erfrischung. Ein bisschen haben wir ein schlechtes Gewissen bei der hier herrschenden Wasserknappheit dekadent in einem Pool zu baden, doch ist es andererseits eben auch sehr angenehm. Unser Übernachtungsplatz liegt wunderschön direkt am Berg, das Bad ist in die liebevoll in die Felsen integriert und der Ausblick auf die Landschaft ist toll.
Im ersten Bild seht ihr die in den Felsen gehauene Dusche und im zweiten den Ausblick aus unserem Auto umrahmt von Julians niedlichen Füßchen.

Hier sollen auch Leoparden leben, was ich mir richtig gut vorstellen kann und was mir auch ein bisschen Angst macht. Leider und zum Glück bekommen Menschen diese Tiere im Allgemeinen nicht zu sehen.
Obwohl ich keinen Bock habe überredet Julian mich trotz der Hitze ein Stück auf einem der Wanderwege zu joggen. Es fällt mir sehr schwer meinen Unwillen bei dieser ungewöhnlichen Laufstrecke aufrecht zu erhalten. Schließlich ergebe ich mich und lasse die Freude über die Aussicht und die ungewöhnliche Laufstrecke zu. Krass einfach wo ich hier bin und laufe!
Widerwillig verlassen wir am kommenden Tag das Camp. Es hat uns allen hier gut gefallen. Bei unserer Abfahrt entdecken wir ein Zicklein auf der Straße, es versucht vergebens aufzustehen und strampelt mit den Beinen. Die Hitze scheint wohl zu viel gewesen zu sein. Wir benachrichtigen den Farmer. Er streicht gerade ein Tor und lässt sofort alles stehen und liegen, um in Eile das Tier einzusammeln.
Über den Gemsbookpass und Spreetshoogtepass geht es Richtung Sossusvlei. Die Aussicht ist toll und den Umweg allemal wert.
Auf unserer Route liegt Solitaire, eine der wenigen Versorgungsstationen mitten im nirgendwo. Hier soll es den besten Apfelkuchen geben. Alle Reisende, die wir kennen, legen dort einen Zwischenhalt ein, um ihre Vorräte aufzufüllen und natürlich wegen des Kuchens. Wir genießen ein großes Stück gedeckten Apfelkuchen, die Kruste ist knusprig, der Kuchen lecker. Trotzdem ist es irgendwie absurd, dass er so viele Leute anlockt, ein Leckerli in der Wüste.
Es dauert doch alles länger als wir beabsichtigt hatten und so schaffen wir es an diesem Tag nicht mehr bis Sossusvlei, sondern rasten im Agama River Camp. Julian und ich joggen eine kleine Runde. Als die Sonne untergeht, legt sich der Wind und es kommen die Mücken. Eine ätzende Nacht voller Mückengesumme, Hitze und dem Jucken der Stiche. Am nächsten Morgen zähle ich viele davon. Es beginnt zu regnen, als ich ins Bad gehe. So eine Dusche, Badewanne und Toilette unter freiem Himmel zu haben, ist zwar ziemlich nice, aber wenn das Toilettenpapier durch den Regen nass wird, findet sich schnell der Fehler. Betröpfelt verlasse ich das Bad und hups - steht mir unmittelbar ein Oryx gegenüber und grast. Ich erstarre, er schaut mich an, kaut, ich entspanne etwas und schleiche mich seitlich davon. Vor seiner Größe und seinen Hörnern habe ich Respekt. Quietschend laufe ich zu Julian und zeige ihm das Tier. Sie sind schon beeindruckend, ich mag vor allem ihre Fellzeichnung.
Als nächstes geht es nach Sesriem und von dort startet unser Ausflug zu den Dünen von Sossusvlei.
Zu diesem Highlight gibt es dann einen extra Post.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen