Willkommen in Südafrika
31. Januar bis 02. Februar
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| Aussenkehr - links und rechts der Strasse |
Wir haben schon viel vom längsten Fluss Südafrikas gehört. Er spülte die Diamanten ins Meer und ermöglichte damit den Bau von Kolmanskuppe. Gleichzeitig spendet sein Wasser Leben in einer ansonsten unwirtlichen Landschaft. Der krasse Kontrast fasziniert mich. Links der Straße sehen wir nur Sand und Steine, während sich rechts Weinreben aneinanderreihen. Gleichzeitig sind wir etwas enttäuscht. Der Oranje ist hier nicht viel breiter als ein etwas größerer Bach. Die Trockenheit und die Pumpen der Landwirte machen sich bemerkbar. Weiter flussaufwärts ist er breiter.
Bei Noordoewer gehen wir über die Grenze. Der Grenzbeamte auf namibischer Seite hält meine „1“ für eine „7“ und betont wiederholt, dass es dumm wäre eine Eins auf diese Art zu schreiben. Wenn es nach ihm ginge sollte ich „back to school“ gehen, um vernünftig schreiben zu lernen. Zum besseren Verständnis: In Namibia ist es gängig für eine Eins nur einen senkrechten Strich zu machen. Während ich deutlich gereizt reagiere und ihm versuche klar zu machen, dass meine Zahl nur anders als seine wäre, reagiert Kerstin deutlich geschickter. Sie entschuldigt sich und fragt, ob wir den Ausreiseschein neu ausfüllen sollen. Das scheint ihn in soweit versöhnlich zu stimmen, dass er uns ohne weitere Probleme die Ausreise genehmigt. Ein wunderbares Beispiel dafür, dass Kerstin grundlegende Ratschläge für ein glückliches Leben intuitiv befolgt, während ich diese immer und immer wieder üben muss. Man kann recht haben oder glücklich sein. Beides zusammen ist oft unmöglich. Ich wollte recht haben: „Meine Eins ist gut.“ Kerstin wollte glücklich sein. Auf südafrikanischer Seite werden wir dagegen von überfreundlichen Beamten in ihrem Land willkommen geheißen. Natürlich sind das nur Kontakte zu Einzelpersonen, aber es lies uns mit einem guten Gefühl einreisen.
Kurz hinter der Grenze übernachten wir im Aquacade Camp direkt am Oranje.
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| Der legendäre Oranje |
Der Norden Südafrikas verlockt uns zu dieser Jahreszeit nicht und deshalb beschließen wir möglichst schnell nach Lampert’s Bay zu fahren.
Am 01. Februar legen wir also einen Fahrtag ein. Auf dem Weg füllen wir in Springbok unsere Vorräte auf. Auf dem Parkplatz vor dem Spar ist die Hölle los. Während ich mich bereit erkläre in der Sonne auf die Autos aufzupassen, gehen die anderen drei gemeinsam einkaufen. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Reihenweise werden übervolle Einkaufswagen auf den Parkplatz geschoben und in Anhänger verladen. Als die Anderen nach einer gefühlten Ewigkeit zurück kommen, kann ich ihren Gemütszustand nur schwer beurteilen. Genervt, beeindruckt, fasziniert, amüsiert, von allem ist was dabei.
Kerstins Insiderbericht aus dem Spar:
Der Einkauf in Springbook ist ein wahres Erlebnis. Es ist „Green Tag Sale“ und der Laden brummt! Im Geschäft ist es crazy: Einkaufswagen an Einkaufswagen, dazwischen Einkaufskörbe, jeder auf der Suche nach dem Schnäppchen, voll bepackt mit Lebensmitteln – ein Schauspiel. Ich stelle meinen lieber ab und machte mich so auf die Jagt, auf diese Weise bin ich flinker und wendiger und kann mich durch den Einkaufsdschungel winden. Petra möchte so schnell wie möglich wieder raus, jedoch ist das gar nicht so leicht. An allen Kassen bilden sich lange Schlangen. Hier ist Geduld gefragt. Wie gut, dass wir es nicht eilig haben.
Kilometer für Kilometer wird es grüner. Wir genießen die Verwandlung der Landschaft, lauschen einem gutem Hörbuch und gleiten über den Asphalt. An diesem Tag kommen wir bis Vanrhynsdorp (400km) und übernachten dort. Die Abrechnungsweise der südafrikanischen Campingplätze kommt uns sehr zu Gute. Man bezahlt pro Platz, statt pro Person und unsere beiden Autos passen locker auf einen Platz.
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| Langsam gibt es mehr Grün zu sehen |
Am kommenden Tag fahren wir nach Lampart’s Bay. Ein verschlafener Fischerort an der Atlantikküste. Drei Dinge locken uns in die Stadt. 1. Bird’s Island eine kleine vorgelagerte Insel, die von einer Unzahl Vögeln bewohnt werden soll. 2. Grayfish (Languste): es ist Langustensaison und Heinz möchte gern fangfrische Languste essen. 3. Das Meer: wir sehnen uns danach mal wieder größere Mengen Wasser zu sehen. Wir werden nicht enttäuscht. Auf Bird’s Island leben tatsächlich unzählige Vögel. Zwar können wir keine Pinguine sehen, die sich hier auch oft tummeln sollen, aber massig Möwen und eine riesige Kolonie Kap-Tölpel, die ihre Jungen großziehen. Das Essen am Abend ist gut und günstig, wenngleich die Languste uns nicht vom Hocker haut. Und das Meer? Ja, das Meer ist eine schöne Abwechslung. Wir lauschen dem Rauschen der Wellen und lassen die Gedanken schweifen. Kerstin tanzt über den Sand und wir holen uns einen ordentlichen Muskelkater beim Joggen durch die Dünen. Willkommen in Südafrika.
| Eine große Kolonie Kap-Tölpel |
| Die braunen Vögel sind die Jungen |
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| Langustenessen in Lampart's Bay |




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