Sand, Wind und verbrannte Füße - Teil 2/2
Zur Entlastung der Bambusleitung hier der zweite Teil des Posts über Sossusvlei. Natürlich auch von Kerstin geschrieben.
Die Dünen versperren dem Fluss Tsauchab den Weg ins Meer und so versickert und verdunstet er, wobei eine Salzkruste in den Senken entsteht (sie werden Vlei genannt). Einen Fluss können wir uns kaum vorstellen, hier ist es im Moment sehr trocken. Die Regenzeit hat in dieser Region vor zwei Wochen erst begonnen, in Rooiklip hoffen sie sehr auf Regen und auch auf der Farm, in der wir später übernachten bei den Tiras Bergen, hatten sie seit Januar letzten Jahres kein Regen mehr. Alles dreht sich hier um das Wasser.
Nach Big Mama erklimmen wir Big Daddy, solange es noch Vormittag ist. Es geht 375 Meter hoch. Der Wind ist heftig und verschafft uns ein Ganzkörpersandpeeling. Die Aussicht ist grandios! Ich kann mein Glück kaum fassen, es ist so mega cool hier!!! Wie ein großer Spielplatz kommt es uns hier vor. Auf der Wanderung treffen wir kleine, runde Käfer, die sich vom Wind tragen lassen und in den Sand graben. Es ist fantastisch! Der Sand unter den nackten Füßen fühlt sich toll an. Oben angekommen genießen wir die Aussicht, setzen kann man sich nur, wenn man bereit ist den Sand im Gesicht zu ertragen. Ich bleibe lieber stehen, es knirscht trotzdem zwischen den Zähnen, aber das ist mir egal. Überraschenderweise bildet der Abstieg den Höhepunkt. Wir gehen direkt hinunter, erst dachte ich, es sei zu steil, aber es ging super. In großen Schritten und Hand in Hand gleiten, nein fliegen wir die Düne nach unten, jeder Schritt ein knapper Meter. Es ist unbeschreiblich schön, diese Leichtigkeit! Wir haben einen Mordsspaß! Und es dauert, die Düne ist hoch! :D
Unten angekommen zeigt sich ein ganz anderes Bild: Wir stehen im Deadvlei, der Fluss erreicht diese Senke nicht mehr, die Bäume, die hier einst standen, sind vertrocknet, der Wind steht still, die Hitze knallt. Absolute Stille. Diese tote, trockene Landschaft mit dem rissigen Boden fasziniert uns auch, frohen Mutes singen wir. Dennoch merken wir bald, dass es sich nicht um einen Ort zum langen Verweilen handelt. Der Sand ist wird jetzt extrem heiß und Julian muss sich in seinen Flipflops regelmäßig auf den Boden werfen, um seine Fuße in die Luft zu strecken, um sich nicht die Füße zu verbrennen. Aus unseren Buffs (Bandanas, Schlauchtücher für den Kopf oder Hals) bastelt er sich Socken, dann geht es einigermaßen. Da hat wohl jemand nicht an den Rückweg gedacht. :)
Ein tolles Erlebnis folgt dem anderen und mir schwirren so viele Eindrücke im Kopf, dass ich sie kaum fassen kann. Ich genieße die Zeit, wir schlafen wie die Murmeltiere und bin gespannt, wohin die Reise noch geht.


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